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Laden oder tanken? Stand 04.2026
Wissen · Kosten & Preise

Welche Gebühren können an einer öffentlichen Ladesäule anfallen?

Neben dem kWh-Preis (0,45–0,85 €/kWh) können Startgebühren (0,50–2,00 € je Ladevorgang), Zeitgebühren, Blockiergebühren (ab 2–4 h Standzeit, bis 15 ct/Minute) und monatliche Grundgebühren (3–10 €) anfallen. Ad-hoc-Laden ohne Vertrag ist meist deutlich teurer.

Das Tarifsystem an öffentlichen Ladesäulen in Deutschland ist notorisch unübersichtlich. Diese fünf Komponenten können in Kombination auftreten:

  • kWh-Preis. Der eigentliche Stromkosten-Anteil. AC-Laden typisch 0,45–0,65 €/kWh, DC-Schnellladen 0,55–0,85 €/kWh. Ad-hoc-Preise (ohne Vertrag, per QR-Code und Kreditkarte) liegen oft 20–40 % höher als mit Ladekarte.

  • Startgebühr / Session Fee. Einmaliger Betrag pro Ladevorgang, unabhängig von der geladenen Menge. Typisch 0,00–2,00 €. Besonders ärgerlich, wenn du nur kurz nachlädst — ein 3-kWh-Stop kostet dann fast so viel wie ein Vollladen.

  • Zeitgebühr. Pro Minute Ladedauer, auch während das Auto noch lädt. Typisch 5–10 Cent/Minute. Besonders relevant für PHEVs mit kleinem Onboard-Charger (3,6 kW): Du lädst langsam und zahlst lange — der effektive kWh-Preis steigt dramatisch.

  • Blockiergebühr / Standzeitgebühr. Nach Ladeende oder nach 2–4 h (je nach Säule) werden 5–15 Cent/Minute fällig, um „Blockieren” des Ladepunkts zu verhindern. Kann an Schnellladern schon nach 45 Minuten einsetzen, an AC-Säulen meist erst nach mehreren Stunden. Die meisten Apps senden Warnungen — trotzdem jährlich der Hauptgrund für Schockrechnungen.

  • Grundgebühr. Monatliche Fixkosten bei Ladekarten-Abos. 3–10 €/Monat typisch (EnBW mobility+, Shell Recharge, Maingau). Rechnet sich erst ab ca. 100 kWh/Monat, da die kWh-Preise im Gegenzug sinken.

Praxis-Empfehlung für PHEV-Fahrer:

  • Fürs Alltagsladen zuhause laden — öffentliche Säulen sind immer teurer.
  • Für Gelegenheits-Laden unterwegs: eine Ladekarte ohne Grundgebühr reicht (z. B. EnBW mobility+ Standard). Keine zehn Apps, die du nicht pflegst.
  • Blockiergebühr vermeiden: Handy-Timer auf geschätzte Ladezeit plus 15 Minuten Puffer setzen.
  • Vor dem Einstecken Preis in der App checken — vor allem DC-Schnelllader an Autobahnen haben teils 0,85 €/kWh plus Zeitgebühr.

Mit eigenen Werten rechnen